Private Equity

Als Private Equity bezeichnet man die Beteiligung mit Eigenkapital an nicht börsennotierten Unternehmen.

Private Equity-Gesellschaften identifizieren Erfolg versprechende Beteiligungsmöglichkeiten bei in der Regel nicht börsennotierten Zielunternehmen, wählen diese aus, strukturieren die Transaktion und beteiligen sich über von ihnen aufgelegte Fonds am Eigenkapital der Portfoliounternehmen. Das Beteiligungskapital der Fonds werben Private Equity-Gesellschaften in der Regel von institutionellen Investoren ein, z.B. Banken, Versicherungen und Pensionsfonds. Private Equity-Fonds finanzieren mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Kapital mehrere (typischerweise 10–15) Unternehmensbeteiligungen. Wird das Wachstum eines Unternehmens finanziert, spricht man in diesem Zusammenhang von sog. Wachstumsfinanzierungen (Growth Capital). Bei mehrheitlichen Übernahmen von Unternehmen spricht man hingegen von sog. Buy Out-Transaktionen.

Bei der Beteiligung am Eigenkapital eines Portfoliounternehmens erwirbt ein Private Equity-Fonds Unternehmensanteile des Portfoliounternehmens, etwa in Form von Geschäftsanteilen (Aktien, GmbH-Anteile etc.). Der Private Equity-Fonds wird somit Partner und Mitgesellschafter mit allen Rechten und Pflichten und hat als solcher auch Mitsprache- und Mitwirkungsrechte. Er greift jedoch typischerweise nicht in das Tagesgeschäft des Portfoliounternehmens ein, sondern steht mit seiner Erfahrung, seinem Know-how und seinem Netzwerk beratend zur Verfügung. Ein Kriterium für die Auswahl eines Unternehmens für eine Private Equity-Beteiligung ist u. a. ein vorhandenes Wachstums- und Wertsteigerungspotential.

Private Equity stellt eine längerfristige Beteiligung an Unternehmen dar. Ziel ist die Steigerung des Unternehmenswertes und schließlich die Veräußerung des Unternehmens. Die Erträge werden im Wesentlichen durch die Unternehmenswertsteigerung beim Verkauf des Unternehmens realisiert. Dieser erfolgt entweder über einen Börsengang, den Verkauf des Unternehmens an einen strategischen Investor, Wettbewerber oder an einen anderen Private Equity-Fonds.

Eine in Deutschland für Privatanleger zugängliche Form einer Beteiligung in der Anlageklasse Private Equity ist der Dachfonds. Dachfonds investieren hierbei in sog. Zielfonds (s. o. Private Equity Fonds). Bei primären Zielfonds erfolgt die Zeichnung als Anfangsinvestor zu Beginn der Laufzeit. Bei sekun­dären Zielfonds werden Fondsanteile über den institutionellen Zweitmarkt (Secondary Market) von motivierten Verkäufern erworben. Daneben gibt es Möglichkeiten in spezialisierte Co-Investment Fonds (mit Beteiligung an Zielunternehmen direkt) zu investieren.